Psychoonkologische Begleitung

Image by Brad West

"Du weißt erst, wie stark du bist, wenn Stark-Sein deine einzige Option ist." Bob Marley

Die Diagnose Krebs ist immer ein einschneidendes Ereignis. Von einem Moment auf den anderen verändert sich alles, es wird einem der Boden unter den Füßen weggezogen und alles, worauf man sich bisher verlassen hatte, der Plan, den man für sich und sein Leben im Kopf hatte, ist auf einmal in Frage gestellt. Plötzlich steht man vor diesem scheinbar unüberwindbaren Berg, voller Angst und mit der großen Frage „Wie soll ich das nur schaffen?“. Unser Geist versucht, diesen Berg auf einmal zu erklimmen, und man verfällt in ein Gefühl von Stress, Panik, Verzweiflung und Hilflosigkeit. Das Gedankenkarussell dreht sich immer schneller und unheimlich viel Energie verpufft in Sorgen und Ängsten, Energie, die dringend im Hier und Jetzt gebraucht wird. 

Ich mache - auch  in meiner Arbeit in der Onkologie des Katharinenhospitals Stuttgart - immer wieder die Erfahrung, dass Zen ein großartiges Werkzeug ist in diesen turbulenten und beängstigenden Zeiten. Sowohl die Theorie als auch die praktischen Übungen geben Anker, helfen dabei, sich immer wieder ins Hier und Jetzt zurückzufinden, zu lernen, dass man Schritt für Schritt alles schafft, dass wir diesen jetzigen Moment immer bewältigen, auch wenn es manchmal sehr schmerzhaft und schwer ist. Sowohl für die körperlichen als auch die mentalen/seelischen Belastungen bieten Zen und Mindfulness in akuten Situationen sowie bei der späteren Verarbeitung Hilfe. Unsere mentale Einstellung hat großen Einfluss darauf, wie wir mit Unsicherheit, Unplanbarkeit und körperlichen Beschwerden umgehen. 

Ich begleite Krebspatient*innen und Angehörige auf ihrem Weg durch die Erkrankung und bei der Krankheitsverarbeitung mit Gesprächen aus der Zen-Perspektive und praktischen Übungen. Ich helfe Ihnen dabei, mentale Stärke zu finden, auch und gerade in sehr schwierigen Zeiten. 

Diejenigen, die ihre Behandlung hinter sich gebracht haben, nun aber das Gefühl haben, in einem tiefen Loch zu sitzen, nicht wirklich wieder ins Leben zurückfinden zu können, unterstütze ich auf dem Weg der Krankheits- und Traumaverarbeitung. Eine solche Erkrankung verändert alles und hinterlässt Spuren. Die seelischen Auswirkungen und Verletzungen hallen noch lange nach, auch wenn die Behandlung abgeschlossen ist. Diese Phase ist oft besonders schwer, weil man evtl. auch einen gewissen Erwartungsdruck (von innen und außen) spürt, dass jetzt doch aber alles wieder in Ordnung sein sollte, obwohl die seelischen Verletzungen noch lange nicht überwunden sind. 

Außerdem begleite ich Angehörige, deren Leben sich auch durch die Erkrankung eines nahestehenden Menschen stark und manchmal dauerhaft verändert. Durch den Fokus auf die erkrankte Person treten die Bedürfnisse und Sorgen der Angehörigen oft sehr stark in der Hintergrund. Ich unterstütze Sie auf dem Weg durch die Phase der Erkrankung und Behandlung eines nahestehenden Menschen und bei der Verarbeitung des Erlebten danach.